Energiewende

Die Erneuerbaren Energien in Deutschland sind eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2018 wurde 40% des deutschen Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Nichtsdestotrotz ist die Fortschreibung dieser Erfolgsgeschichte in Gefahr. Die Bundesregierung hat 2014 den Ausbau der erneuerbaren Energien gedeckelt. Zwar wurde im aktuellen Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, bis 2030 auf 65% erneuerbare Energien auszubauen, bislang verweigert die Bundesregierung aber jede Aussage, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Derzeit geht der Ausbau hierfür viel, viel zu langsam. Windfirmen greifen auf Kurzarbeit zurück, weil die Auftragslage so schlecht ist.

Immer öfter müssen die überlasteten Stromnetze als Ausrede herhalten, um keine Anstrengungen beim Ausbau der Erneuerbaren zu unternehmen. Dabei kommen Studien immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weder gebremst werden muss, noch gebremst werden darf, wenn eine Chance zur Linderung der Klimakrise bewahrt werden soll. Richtig ist, dass der Ausbau der Stromnetze hohe Priorität hat. Die Regierung muss jetzt zeigen, dass sie hinter dem Netzausbau steht - auch wenn er nicht beliebt ist.

Zu einem zukunftsorientierten Netzausbau gehören auch vermehrt intelligente Verteilnetze, die Stromangebot- und Nachfrage in Echtzeit miteinander verknüpfen. Wer durch intelligente Steuerungstechnik Netzausbau einspart, muss belohnt werden - Köpfchen statt Kupfer!

Zurzeit erleben wir in Deutschland ein Strommarktdesign, das die falschen Anreize setzt. Wer das Klima schützt und sich flexibel an das Stromangebot anpasst, zahlt drauf. Damit die Nutzung von Ökostrom sich auch auf der Rechnung auswirkt, brauchen wir einen „ehrlicheren“ CO²-Preis. Ehrlicher insofern, dass er auch externe Kosten wie Erkrankungen bei Menschen oder Umweltzerstörungen abbildet.

Ebenso muss sich Energieeffizienz endlich auszahlen: Wir brauchen ein faires Verhältnis von Grundgebühr und variablen Kosten auf unseren Stromrechnungen. Diejenigen, die wirklich Strom sparen, sollen auch weniger bezahlen – bei Haushalten genauso wie bei Industrie und Gewerbe.

Dabei ist die Energiewende mehr als nur eine Zukunft mit 100% Ökostrom. In den Sektoren Verkehr, Wärme und Kälte wird die Energie größtenteils immer noch fossil erzeugt – beispielsweise nur 5,2% im Verkehrssektor in 2017. Hier sind für den Durchbruch von Erneuerbaren und Effizienz noch die richtigen politischen Leitplanken notwendig. Und sauberer Strom muss auch in den anderen Sektoren nutzbar gemacht werden – Stichwort: Sektorkopplung. Hier zählen sowohl „Power-to-Heat-Lösungen“, die erneuerbaren Strom in Wärme transformieren als auch eine Elektrifizierung des Schienen- und Straßenverkehrs.

Bei all diesen Zielen vergesse ich nicht: Die Energiewende ist auch ein soziales Projekt. Gerade die finanziell Schwachen leiden am frühesten unter Umweltzerstörung und den Folgen der Klimakrise. Aber auch die Verteilung der Kosten der Energieversorgung muss sozial fair erfolgen.

Im Deutschen Bundestag streite ich deshalb als Sprecherin für Energiewirtschaft für die Transformation unseres Energiesystems, dem Schlüssel für konsequenten Klimaschutz.

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